Anlässlich des 70. Jahrestages des Films "Und Gott... schuf die Frau" von Roger Vadim aus dem Jahr 1956 würdigt die Stadt Saint-Tropez dieses emblematische Werk mit einer Sonderausstellung, die im Musée de la Gendarmerie et du Cinéma zu sehen ist.
Der Film ist das Symbol einer nach Freiheit strebenden Epoche und markiert einen Wendepunkt in der französischen Gesellschaft der 1950er Jahre. Zwischen Zensur und Skandal enthüllt er die Sinnlichkeit von Brigitte Bardot und etabliert eine neue, von Konventionen befreite Frauenfigur. Als erster Film, der vollständig in Saint-Tropez gedreht wurde, enthüllte er die Schönheit des Dorfes und trug dazu bei, dass es zu einem mythischen Ort wurde.
In Frankreich zunächst mit Vorbehalten aufgenommen, feierte der Film in den USA einen Triumph, bevor er auch das französische Publikum eroberte.
Die Ausstellung zeigt anhand von Fotografien von Léo Mirkine, Originalplakaten, Kostümen und Objekten aus der damaligen Zeit, wie der Film Saint-Tropez und das französische Kino kulturell umkrempelte.
Anlässlich des 70. Jahrestags des Films "Et Dieu... créa la femme" von Roger Vadim aus dem Jahr 1956 würdigt die Stadt Saint-Tropez dieses bahnbrechende Werk mit einer Sonderausstellung im Musée de la Gendarmerie et du cinéma.
Das Jahr 1956 markiert einen Wendepunkt in der zeitgenössischen Geschichte: Zwischen noch belastenden Traditionen und dem Streben nach Modernität bereitet sich die französische Gesellschaft auf die Umwälzungen der kommenden Jahrzehnte vor. In diesem Kontext des sozialen, moralischen und künstlerischen Übergangs setzt sich Vadims Film durch: ein Manifest der Emanzipation vor der Zeit.
Noch vor seiner Veröffentlichung entging der Film nur knapp der totalen Zensur, mit zahlreichen Schnitten und einem Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren. Lediglich die Schlussszene, in der Brigitte Bardot einen Mambo improvisiert und mit Inbrunst eine neue Sinnlichkeit verkörpert, die sich von den Moralvorstellungen der damaligen Zeit befreit.
Als erster Spielfilm, der in Saint-Tropez gedreht wurde, enthüllte der Film die sonnige Schönheit des Dorfes und leitete sein internationales Schicksal ein. In Frankreich wurde der Film kaum beachtet und von dem Produzenten Raoul Lévy in die USA geschickt, wo er mit 16,5 Millionen Besuchern ein durchschlagender Erfolg wurde. Der Triumph auf der anderen Seite des Atlantiks führte zu einer Neuprogrammierung in Frankreich, wo das Publikum schließlich auf das Phänomen BB zusteuerte und rund 4 Millionen Kinobesucher erreichte.
Et Dieu ... créa la femme" gilt als Vorläufer der Nouvelle Vague und markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des französischen Kinos. Er setzte einen neuen Blick auf die Frau, die Jugend und die Freiheit des Körpers durch. Indem er seiner Frau Brigitte Bardot die Hauptrolle anbot, katapultierte Vadim eine junge, noch unbekannte Schauspielerin in den Rang einer weltweiten Ikone.
Kein anderer Film hatte eine derartige kulturelle, gesellschaftliche und territoriale Wirkung. Indem er Saint-Tropez der ganzen Welt enthüllte, trug der Film dazu bei, sein Image als mythisches Dorf, als Ort der Freiheit, der Modernität und des Feierns nachhaltig zu prägen.
Die Ausstellung bietet eine Neubetrachtung dieses Kultfilms und des Kontexts seiner Zeit: Frankreich Ende der 50er Jahre, das zwischen Scham und dem Wunsch nach Emanzipation hin- und hergerissen ist. Der Rundgang lädt dazu ein, die Drehfotografien von Léo Mirkine, internationale Plakate, Kostüme und symbolträchtige Objekte zu entdecken, die von einem Moment zeugen, in dem das Kino, die Jugend und die gesamte Gesellschaft in die Moderne umschwenkten.
Vom 11/04/2026 bis 07/03/2027 täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr.
Einheitspreis: 5 €.